Über das Phänomen des Blitzes
06 Sep 2011 
Die schon sehr bald nach Entdeckung der elektrischen Erscheinungen aufgestellte Vermutung, dass auch der Blitz eine gewaltige elektrische Entladung sei, wurde durch Franklins berühmte Versuche (1752) außer Zweifel gestellt: Franklin ließ während des Vorüberziehens von Gewitterwolken einen Drachen, der mit einer Metallspitze versehen war, an einer hanfenen Schnur steigen. An das untere Ende der Schnur war ein Schlüssel gebunden, der mit einem seidenen Tuch gehalten wurde. Als die Schnur feucht geworden war, gelang es, deutliche Funken aus dem Schlüssel zu ziehen (der Versuch war nicht ungefährlich). — Der Donner ist nichts anderes als im kleinen das Knacken oder Knattern des elektrischen Entladungsfunkens einer Influenzmaschine, nämlich eine durch die plötzliche Erwärmung und Wiederabkühlung entstandene heftige Lufterschütterung. Das Rollen des Donners entsteht dadurch, dass von den verschiedenen Punkten der Blitzbahn der Schall uns in verschiedenen Zeiten erreicht, sowie durch die Zurückwerfung des Schalles an Wolken. Bergen usw. Die Zeit, die zwischen Blitz und Donner verstreicht, ist die Zeit, die der Schall gebraucht, um von der Blitzbahn zum Beobachter zu gelangen. — Das Wetterleuchten rührt von einem Gewitter her, das so weit entfernt ist, dass man den Donner nicht mehr hört und auch von den Blitzen nur den Widerschein sieht. Wir unterscheiden: Flächenblitze, Linienblitze und Kugelblitze. (Die Kugelblitze sind eine überaus merkwürdige, erst seit kurzem teilweise verständlich gewordene Form der Entladung.)
Die weitaus meisten Blitze springen zwischen Wolke und Wolke über, nur wenige zwischen Wolke und Erde. Die für einen Linienblitz notwendige Spannung beträgt, viele Millionen Volt auf 1 m, für die ganze Länge der Blitzbahn also viele Milliarden Volt, seine Stromstärke erreicht Tausende von Ampere. Ehe ein Blitz zwischen zwei Punkten (etwa Wolke und Erde) erfolgt, treten von beiden Seiten Entladungen in Form leuchtender Büschel auf, die aufeinander zustreben. Sind sie weit genug gewachsen, so vereinigen sie sich zu der leuchtenden Linie des Blitzes. (Man kann also eigentlich nicht sagen, „der Blitz fährt vom Himmel herab".) Die Erscheinung dauert etwa 0,01 Sekunde. Dabei hat die Blitzlinie niemals Zickzackform, wie sie stets in der Malerei dargestellt wird, sondern ist eher zu vergleichen mit einem Flusssystem, wie wir es auf der Landkarte sehen. Die Blitzbahn zeigt oft viele Verzweigungen.
Admin · 12 mal angesehen · 0 Kommentare

Anzeige